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Öchslewaage

Öchslewaage

Öchlsewaagen dienen der Bestimmung der Zuckermenge in eurem Ansatz.

 

Damit könnt ihr schätzen, wieviel Alkohol

bei vollständiger Gärung zu erwarten wäre.

Weiterhin könnt ihr mit einer Öchslewaage den Gärungsverlauf kontrollieren und dadurch eventuelle Gärstockungen erkennen oder den Zeitpunkt an dem ihr die Gärung abbrechen oder

durch Zuckerzugabe weiterführen wollt.

 

Die Öchslewaage ist ein Messgerät und die zugehörige Einheit ° Oechsle.

 

Was bedeutet das jetzt aber bzw. was sagt das aus?

 

Wir alle wissen, dass 1 L Wasser ziemlich genau 1 Kg schwer ist.

Die Dichte ist somit 1 Kg/L oder besser 1 g/mL.

 

Nehmen wir jetzt 25 Gramm Zucker und füllen dann mit Wasser auf 1 L auf, dann wiegt dieser 1 L mehr als 1 Kg. Die Dichte davon wäre ~1,025 Kg/L.

 

Mischen wir jetzt Alkohol mit Wasser wäre die Dichte kleiner als 1 Kg/L.

Das liegt an dem Mischungsverhalten von Alkohol in Wasser (Genauer möchte ich hier nicht darauf eingehen.).

 

Die Öchslewaage zeigt uns jetzt an um wieviel die Dichte unseres Weinansatzes, Most oder Safts größer als die von Wasser ist.

z.B.: Man misst 90 Grad Öchsle in seinem 50 L Mirellensaft:

Mit der Faustformel „8 Grad Öchsle ergeben 1 Volumenprozent Alkohol„, können wir nun sagen, dass unser Mirellenwein ca. 90/8= 11,25 Volumenprozent Alkohol haben wird (bei vollständiger Vergärung).

Wir können uns damit zufrieden geben oder

natürlich sagen, wir wollen einen Wein, der 14 % hat.

Hierfür brauchen wir nun die vorhandene Zuckermenge, um ausrechnen zu können wieviel Zucker wir für 14% noch zugeben müssen:

14 % – 11,25 %  = 2,75 %

Diese 2,75 % entprechen 22 ° Öchsle (2,75 x 8).

1 ° Öchsle entspricht nun 2,6 g/L Zucker, d.h. 22 °Öchsle entsprechen 57,2 g Zucker pro Liter Wein. Bei einem 50 L Ansatz wären das nun 50 L x 57,2 g/L = 2860 g Zucker.

 

Wichtig hierbei ist noch, dass die Temperatur die Messung beinträchtigt. Ihr solltet euch daher entweder eine Öchslewaage mit Thermometer kaufen oder falls ihr schon eine habt noch zusätzlich ein Thermometer. Die Hersteller geben Korrekturwerte je nach Temperatur an.

 

Ihr seht die Öchslewaage* ist ein mächtiges Messinstrument, wenn es richtig eingesetzt wird.



Habt ihr Fragen oder Meinungen zu dem Thema? Schreibt sie mir in die Kommentare!

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2 Gedanken zu „Öchslewaage

  1. moin,
    2 sachen:
    – wieso rechnest du mit der dichte, wenn du die zu berechnende säurezugabe in volumen haben willst? das macht nur sinn, wenn du die säure in g abwiegst.
    – wo fließt in die rechnung ein, dass die milchsäure nur 80% hat? 1ml milchsäure entspricht nicht 1g säure.
    vg
    holger

    1. Hallo Holger

      Danke für deinen netten Kommentar.
      Ich denke jedoch, er bezieht sich auf einen anderen Blogbeitrag.
      Falls du den hier meinst, hoffe ich alle deine Fragen nun beantwortet zu haben. Schönen Abend noch!

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